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Hasenpest im Landkreis: Veterinäramt fordert zu Vorsicht auf
21.12.2015

Bei einem in der Feldmark zwischen Osterode und Dorste aufgefundenen verendeten Hasen ist Tularämie festgestellt worden, eine durch das Bakterium Francisella tularensis hervorgerufene Erkrankung. Bei Hasen wird sie als „Hasenpest“ bezeichnet. Neben Hasen können aber auch zahlreiche andere Tiere wie Wildkaninchen, Nager, Haarraubwild, z.B. Füchse und Marder, erkranken. Befallen werden können auch landwirtschaftliche Nutztiere und Hunde – hier kommt die Erkrankung allerdings sehr selten vor. Dennoch sollten Hundehalter darauf achten, dass ihr Hund keinen verendeten Hasen oder andere tote Wildtiere ergreift. Im Kadaver kann das Bakterium mehrere Monate überleben. Beim infizierten Tier kommt es vornehmlich zu Schwellungen von Lymphknoten, Leber und Milz. Derartige Veränderungen sind aber nicht immer erkennbar! Besonders bei Hasen führt die Krankheit innerhalb weniger Tage zum Tode.

Die Tularämie ist eine Zoonose. Das bedeutet, dass auch der Mensch gefährdet ist, sich anstecken und erkranken kann. Hier reichen schon wenige Keime aus! Die Gefahr einer Infektion des Menschen mit dem Bakterium ist besonders bei direktem Kontakt mit einem erkrankten Tier möglich, z.B., wenn ein Jäger einen erkrankten Hasen – bei dem aber nicht immer Veränderungen überhaupt sichtbar sind, sondern der „normal“ aussehen kann – abbalgt und zerlegt. Auch beim Ausspülen des Wildkörpers kann es zu Tröpfcheninfektionen kommen. Aber schon das Berühren, z.B. beim Aufheben und Transportieren, kann ausreichen, um sich zu infizieren. Dies kann auch beim Verzehr von Fleisch z.B. eines infizierten Hasen geschehen, wenn das Fleisch nicht durchgegart worden ist. Bei Menschen ist das Krankheitsbild vielschichtig: So können Kopf- und Gliederschmerzen, grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber auftreten, auch Lymphknotenschwellungen, Durchfall und Erbrechen. An der Eintrittsstelle des Erregers, z.B. einer kleinen Hautverletzung, kann es zu schlecht heilenden Geschwüren kommen.

Sichtbar krank erscheinende Hasen und Kaninchen sollten erlegt und ebenso wie verendet aufgefundene Tiere zur Untersuchung im Veterinäramt des Landkreises Osterode am Harz abgeliefert werden. Dabei sollte ein direkter Kontakt zu dem Tier vermieden werden.

Eine weitere Wildkrankheit, die in jüngster Zeit auch im Landkreis Osterode am Harz wie auch andernorts in Nie-dersachsen mehrfach nachgewiesen wurde, ist die Staupe, hier beim Marder und Waschbären. Diese Krankheit ist für den Menschen nicht gefährlich. Staupe kommt weltweit vor und wird durch ein Virus hervorgerufen. Sie ist eine Infektion der Fleischfresser; so sind neben Waschbären auch Marder, Katzen und Hunde für das Virus empfänglich. Eine Infektion erfolgt meist bei direktem Kontakt, z.B. durch Belecken. Die Staupe ist eine hochansteckende fieberhafte Erkrankung, die sich beim Hund vielfältig zeigen kann. Die Krankheitserscheinungen beim Waschbären sind ganz ähnlich. So können vor allem Husten und Atemnot, Durchfall und Erbrechen auftreten. Wenn das Gehirn betroffen ist, sind Müdigkeit, Zwangsbewegungen und Krämpfe sowie psychische Veränderungen zu beobachten. Nicht jeder infizierte Hund erkrankt, aber wenn es dazu kommt, ist der Hund möglicherweise nicht mehr zu retten. Daher sollte jeder Hundebesitzer seinen Hund schützen, denn eine Impfung ist möglich und aufgrund ansteigenden Infektionsdruckes auch dringend zu empfehlen.

Für weitere Informationen steht das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Osterode am Harz zur Verfügung.

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